Scheidung - Was ist zu beachten? Scheidungstermin, Rentenausgleich, etc.

Scheidung – Was ist zu beachten?
Scheidungstermin, Rentenausgleich, etc.

Grundsätzlich kann man sagen: Eine Heirat ist nicht nur viel leichter als eine Scheidung, sondern zumeist auch günstiger! Nicht ohne Grund verlangt der Gesetzgeber bei dieser doch unübersichtlichen Auseinandersetzung einen fachlichen Beistand für die Parteien durch einen Anwalt. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass bei einer Scheidung die eine Partei nicht übervorteilt wird.



Scheidungsverfahren – Wo einreichen? Wer reicht sie ein?

Eine Scheidung erfolgt in Deutschland auf richterlichen Beschluss. Das Verfahren selbst findet im zuständigen Amtsgericht vor dem Familiengericht statt. Im Gegensatz zu anderen Verfahren in anderen Rechtsgebieten erfordert eine Scheidung einen Anwalt. Es herrscht Anwaltszwang. Zum Beispiel können Anträge ausschließlich von einem Rechtsanwalt gestellt werden. Denn an eine Scheidung schließen sich meist weitere Beschlüsse an, die sehr wichtige Folgen des Auseinandergehens regeln.

Ablauf

  • Lebt das Ehepaar bereits getrennt?
  • Wenn ja, wie lange?
  • Gibt es gemeinsame Kinder? (Geburtsurkunden der Kinder benötigt)
  • Wie lange waren sie verheiratet? (Heiratsurkunde benötigt)
  • Wie sieht es in puncto Vermögen aus?
  • Wie viel verdienen sie monatlich? (Nettoeinkommen)

Nach der Einreichung des Verfahrens schickt der Richter eine Kopie des Antrags an den anderen Ehepartner. Er muss dann innerhalb von zwei Wochen dazu Stellung beziehen. Er oder sie benötigt dann nicht unbedingt einen eigenen Rechtsanwalt, sondern hat dann die Chance, selbst zu antworten bzw. selbst mit dem Richter Kontakt aufzunehmen und dem Scheidungsprozess zuzustimmen (oder nicht).

Wie bereits oben erwähnt, nur ein Rechtsanwalt kann / darf einen Scheidungsantrag stellen. Wenn Sie derjenige sind, der sich für die Trennung entschieden hat, dann wird Ihr Anwalt den Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht stellen. In diesem Antrag werden wichtige Fragen beantwortet, die das Gericht für die Durchführung des Scheidungsverfahrens benötigt.

Rentenausgleich

Nächster Schritt im Scheidungsprozess: der Rentenausgleich bzw. Versorgungsausgleich. Ein sehr wichtiger Schritt im gesamten Prozess. Denn ohne diese Informationen kann kein Scheidungstermin vereinbart werden. Wie sieht dieser Schritt konkret aus? Der Richter informiert sich zunächst bei den noch Ehepartnern über evtl. gemeinsam erworbene Rentenanwartschaften. Anschließend kontaktiert er auch die Rentenstellen. An dieser Stelle geht es um die konkrete Frage „Wie viel Rentenansprüche wurden während der Ehezeit erworben? Die Erteilung dieser Informationen nimmt im Regelfall zwischen zwei und vier Monaten ein. Sobald ihm diese Infos vorliegen, leitet er sie an das Ehepaar weiter. Erst dann kann ein Scheidungstermin festgelegt werden.

Scheidungstermin

Soweit die Trennung von beiden Seiten gewollt ist und keine wichtigen Angelegenheiten besprochen werden müssen wie z. B. Unterhalt oder Zugewinnausgleich (Die Informationen über den Versorgungsausgleich werden i.d.R. nur kurz besprochen) wird der Scheidungstermin im Regelfall nur wenige Minuten in Anspruch nehmen,. Normalerweise max. eine Viertelstunde.

Denn bei diesem Termin geht es um die Bestätigung der grundlegenden Frage an das Ehepaar: Wollt Ihr Euch wirklich scheiden lassen? Vor allem der Antragsteller muss seinen Wunsch dem Richter äußern, die Ehe für aufgelöst erklären zu lassen. Sollte dieser Wunsch bestehen und sollte der Richter von der Notwendigkeit der Scheidung überzeugt sein, dann wird er diese auch aussprechen.

Kosten des Scheidungsverfahrens

Für die Gerichtskosten und Folgekosten bei einem Scheidungsverfahren kommen beide Ehegatten auf. Und zwar zur Hälfte. Kosten für beauftragte Rechtsanwälte liegen in der Verantwortung vom jeweiligen Ehepartner. Unter gewissen Umständen können diese Kosten allerdings vom Gericht umverteilt werden.

Die Höhe der Anwalts- und Gerichtskosten, die bei einem Scheidungsverfahren entstehen, sind zunächst vom sog. Verfahrenswert abhängig. Dieser hängt seinerseits von Einkommen der Ehepartner ab. Der Verfahrenswert gilt zwar als die Basis, um die Kosten zu ermitteln. Er repräsentiert allerdings keineswegs die Kosten, die endgültig bezahlt werden. Ist ein Ehepartner nicht in der Lage, die Kosten des Scheidungsverfahrens nur zum Teil teilweise oder nicht zu finanzieren, dann steht Ihnen die Beauftragung der Verfahrenskostenhilfe als eine Option.

Gut zu wissen: Durch Folgesachen entstehen weitere Anwalts- & Gerichtskosten: Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und das Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen spielen die wichtigste Rolle bei der Berechnung zusätzlicher Kosten, die durch Folgesachen evtl. verursacht werden.

Zahlen & Fakten zum Thema Scheidung

Bei der Scheidung – der Auflösung einer Ehe – handelt es sich um einen recht häufigen Fall in Deutschland. Alleine im Jahr 2017 betrug die Scheidungsquote mehr als 37 %. Nehmen wir die Anzahl der Hochzeiten weiter oben mit 400.000 im Jahr zugrunde, beträgt die Anzahl der Scheidungen in ganz Deutschland für jedes Kalenderjahr etwa 148.000.

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